Sommerreifen: Tipps und Hinweise zum Wechsel

Wann ist ein guter Zeitpunkt, Sommerreifen zu wechseln?

Der Frühling hat begonnen, der Winter ist endlich vorbei. Kaum lassen sich die ersten Sonnenstrahlen blicken, ziehen viele Autofahrer ihre Sommerreifen über, manche schon im März. Doch ist das wirklich sinnvoll? Und was gibt es bei Sommerreifen und dem Wechsel von Sommerreifen noch zu beachten?
Wir haben für Sie einige Hinweise und Tipps für Sommerreifen zusammen gestellt.

Sommerreifen selber oder besser wechseln lassen?

Zunächst stellt sich die Frage, ob man Sommerreifen selber wechseln sollte oder was eher dafür spricht, den Wechsel von Profis in einer Werkstatt machen zu lassen.
Selbst ist der Mann (oder die Frau) und viele wechseln Winter – wie Sommerreifen selbst. Meist geht dabei auch alles gut, aber nichtsdestotrotz werden dabei auch viele Fehler gemacht. Dazu gehört, die Reifen ungeprüft aufzuziehen, ohne einen allgemeinen Check durchzuführen.

Check: Beulen, Auswuchtungen und Risse

Es sollten zunächst Beulen und Auswuchtungen allgemein gecheckt und geprüft werden. Manchmal sind erste kleine Risse unscheinbar, die sich aber durch Korrosion in den Wintermonaten festsetzen und unscheinbar oft größer werden können. Ursachen dafür sind oftmals Lagerungen in schlechten, oft nasskalten, Umgebungen wie Garagen oder Kellerräumen. Tipps zur optimalen Lagerung finden Sie hier.
Achtung: sind Risse oder Beulen deutlich sichtbar, verwenden Sie diese Sommerreifen keinesfalls!

Check: Luftdruck

Unbedingt sollte nach dem Wechsel auf Sommerreifen der Luftdruck überprüft werden. Wenn der Reifendruck optimal ist, verlängert sich das Leben des Reifen, die Fahrtsicherheit erhöht sich wesentlich und es sinkt sogar der Spritverbrauch. Es wird vermutet, dass jedes dritte Auto mit falschem Luftdruck auf den Straßen fährt. Die Angabe des richtigen Luftdrucks wird in „bar“ angegeben, welche Sie entweder in der Tankkappe, im Türholm oder in der Bedienungsanleitung finden. Als Grundregel gilt: hinten sollte der Luftdruck immer etwas höher sein als vorn, bspw. auf den Vorderrädern 2,5 bar und auf den Hinterrädern 3,1 bar.
Tipp: Kontrollieren Sie unbedingt auch das Ersatzrad auf den Luftdruck, denn dieses wird oft vergessen.

Check: Profiltiefe

Auch geprüft werden muss die Profiltiefe. Fabrikneue Sommerreifen verfügen in der Regel über eine Profiltiefe von 8 Millimetern. Laut Straßenverkehrs-Zulassungsordnung liegt die gesetzlich vorgeschrieben Profiltiefe bei 1,6 Millimetern. Doch viele Experten warnen, dass dieser Wert viel zu niedrig angesetzt ist – schon bei 3 Millimetern beträgt die Ableitung von Wasser etwa 30%. Ableitung bedeutet, dass Regenwasser über die Rillen in den Profilen seitwärts und nach hinten abgeleitet wird, womit die Haftung am Boden gewährleistet bleibt. Je abgenutzter ein Sommerreifen ist, desto geringer ist die Aufnahmekapazität der Rillen, was mangelnden Bodenkontakt bedeutet. Folglich ist das Fahrzeug weniger zu kontrollieren, wenn es im Regen ins Rutschen kommt. Alles darunter ist noch gefährlicher bei Aquaplaning, bei den vorgeschriebenen 1,6 Millimetern liegt die Ableitung nur noch bei 10%, womit ein unverhältnismäßig hohes Unfallrisiko bei Starkregen und Aquaplaning einhergeht. Daher raten auch wir von Premiumwheels zu neuen Reifen ab einer Profiltiefe von maximal 2,5 Millimetern, um Risiken, wie eine proportional erhöhte Unfallgefahr durch Aquaplaning, zu minimieren.

Merken Sie sich: jeder Millimeter mehr Profiltiefe erhöht die Fahrtsicherheit erheblich!

Sommerreifen aufziehen

Achtung: wenn Sie technisch nicht versiert sind und über wenig körperliche Kraft verfügen, lassen Sie Ihre Sommerreifen lieber von Profis in den Werkstätten wechseln. Diese sorgen für stabilen Halt und auch für den richtigen Luftdruck, daneben sind die Sommerreifen bei Bedarf gewuchtet und fachmännisch geprüft. In der Regel kostet ein kompletter Reifenwechsel nicht mehr als 30 Euro – achten Sie dabei auch auf Komplettpakete, wobei Ihre Winter- und Sommerreifen auch ordnungsgemäß gelagert und gewartet werden!

Um Sommerreifen selbst aufzuziehen, benötigen Sie einen Drehmoment- bzw. Radmutterschlüssel und einen Wagenheber. Hier-eine-Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Entfernen Sie die Radkappe des ersten Rades vorsichtig mit der Spitze des Radmutterschüssel.
  2. Lösen Sie die Radmuttern ein wenig.
  3. Achten Sie auf die Sicherheitshinweise des Wagenhebers und setzen Sie den Heber am Gehäuse neben dem Rad – jedoch immer zur Fahrzeugmitte hin! – an.
  4. Heben Sie das Fahrzeug an, bis das zu montierende Rad etwa zwei Handflächenlängen über dem Boden hängt.
  5. Lösen Sie nun alle Radmuttern völlig.
  6. Nehmen Sie das alte Rad bzw. den Winterreifen ab und legen ihn unter ihr Fahrzeug.
  7. Setzen den Sommerreifen auf und schrauben Sie alle Radmuttern fest, aber nicht zu fest.
  8. Entfernen Sie das abgenommene Rad unter dem Fahrzeug.
  9. Lassen Sie mit dem Wagenheber Ihr Auto langsam herab.
  10. Ziehen Sie nun die Radmutter – unbedingt über Kreuz! – fest an.
  11. Wiederholen Sie diesen Vorgang mit allen vier anderen Sommerreifen.
  12. Fahren Sie einige hundert Meter und ziehen Sie alle Schrauben erneut fest an, bevor Sie die Radkappen wieder aufsetzen.
  13. Überprüfen Sie, etwa an einer Tankstelle, den Luftdruck im Reifen und achten Sie in den ersten Kilometern auf Ungewöhnliches, etwa Schlingern beim Lenken o.ä.
  14. Falls Ihnen irgendetwas unregelmäßig o.ä. vorkommt suchen Sie bitte unverzüglich die nächste Werkstatt auf.

Wann sollte man Sommerreifen austauschen?

Wann sollten alte Sommerreifen durch neue Sommerreifen ausgewechselt werden? Als Faustregel kann man festhalten, dass Sommerreifen unbedingt ausgetauscht werden sollten, wenn:

  • die Sommerreifen älter als 8 Jahre sind, auch wenn sie nicht häufig benutzt wurden,
  • sichtbar Risse, Beulen oder andere Beschädigungen zu sehen sind,
  • die Profiltiefe weniger als 2,5 Millimeter beträgt (bei Winterreifen sind sogar 4 Millimeter die Untergrenze),
  • in der letzten Saison ein Ereignis stattgefunden hat, bei dem die Reifen stark beansprucht wurden, wenn auch nicht sichtlich beschädigt (z.B. hart auf Bordstein aufgesetzt).

Woran erkenne ich das Alter eines Reifens?

Seitlich an der Flanke eines jeden Original Reifens finden Sie eine vierstellige Nummer. Die ersten beiden Ziffern stehen für die Kalenderwoche des jeweiligen Jahres, die letzten beiden Ziffern zeigen das Herstellungsjahr an. Steht auf einem Reifen etwa „1817“ bedeutet dies, dass der Reifen in der 18. Kalenderwoche – also Anfang Mai – des Jahres 2017 produziert wurde.
Gut zu wissen: Billigplagiate von Reifen und Rädern können Sie oftmals daran erkennen, dass diese Angabe fehlt.

Wann Sommerreifen wechseln?

Hier kommt es in erster Linie darauf an, in welcher Region man lebt. Die Wahrscheinlichkeit auf ein Comeback des Winters mit Schnee und Glatteis zu Ostern ist beispielsweise im Erzgebirge höher als am Oberrhein. Grundsätzlich gilt aber, dass man nicht vor Mitte April die Sommerreifen aufziehen sollte, da auch bei warmen Frühlingswetter grundlegend überall noch Nachtfrost auftreten kann. Als Faustregel gilt, die Winterreifen von „O bis O“ auf den Rädern zu lassen, also von „Oktober“ bis „Ostern“. Eine gesetzliche Vorschrift, wann Winter- und Sommerreifen zu wechseln sind, gibt es übrigens nicht. Wichtig ist, dass die Bereifung den Witterungsverhältnissen angepasst ist.