Warum der Wechsel zu Winterreifen wichtig ist

 

Der erste Schnee fällt und schon ist es mal wieder soweit – die Sommerreifen müssen herunter. Wieder einmal ist es Zeit, die Winterreifen zu montieren, bevor es noch eine Strafe gibt oder gar ein Unfall geschieht. Denn seit 2016 ist der alljährliche Reifenwechsel sogar gesetzlich geregelt.

Doch warum ist das eigentlich so? Was ist der Unterschied zwischen Sommer- und Winterreifen? Reichen nicht auch Ganzjahresreifen aus?

 

Das ist der Unterschied zwischen Sommer- und Winterreifen

 

Sommer- und Winterreifen sind unterschiedlich aufgebaut. Der Sommerreifen besteht aus einem sehr harten Gummi, damit er die hohen Temperaturen aushält. Er besitzt im Gegensatz zu den Winterreifen nur sehr wenige Einschnitte (Lamellen). Sie werden benötigt, damit der Winterreifen bessere Haftung auf Eis, Matsch oder Schnee besitzt.

Der Sommerreifen ist extra dafür entwickelt, bei warmen Temperaturen perfekte Leistungen zu erbringen. Durch ein hartes Gummigemisch ist der Sommerreifen auch noch spritsparender, da es einen geringeren Rollwiderstand gibt als bei den Winterreifen. Er ist perfekt für die warmen Temperaturen ausgelegt. Daher ist es natürlich nicht von Vorteil, ihn im Winter zu fahren.

Genau aus diesem Grund gibt es eine gesetzliche Regelung. Es ist einfach zu gefährlich, die falschen Reifen zur falschen Jahreszeit zu fahren. Die Bodenhaftung ist nicht mehr gegeben und auch der Bremsweg kann sich verlängern.

Um einen Winterreifen noch besser erkennen zu können, gibt es kleine Symbole an der Reifenflanke. Die Schneeflocke mit den drei Bergspitzen und das Zeichen M+S (Matsch und Schnee) symbolisieren, dass es sich hier um einen echten Winterreifen handelt. Auch Allwetter /Ganzjahresreifen müssen das Symbol M+S (Matsch und Schnee) tragen, sonst sind sie im Straßenverkehr nicht zugelassen.

 

Gründe für die Bedeutsamkeit des Reifenwechsels

 

Seit 2016 gibt es eine Winterreifenpflicht. Diese gibt vor, dass bei widrigen Wetterverhältnissen, wie zum Beispiel Glatteis, die Verwendung von „M+S-Reifen“ Pflicht ist. Allerdings gibt sie keinen genauen Zeitraum vor. Allgemein gilt, dass Winterreifen von Oktober bis Ostern, also von „O bis O“, am Fahrzeug aufgezogen sein sollten. Für viele Autofahrer ist dieser Wechsel zwar nervig, allerdings sollten sie dennoch nicht darauf verzichten.

Im Winter mit Sommerreifen unterwegs zu sein oder anders herum, kann durchaus sehr gefährlich werden. Bereits bei geringen niedrigen Temperaturen verhärtet sich das Gummi der Sommerreifen. Dadurch verlieren die Sommerreifen die Haftung auf der Straße, wodurch es zu längeren Bremswegen und somit zu Auffahrunfällen kommen kann.

Sogar bei Matsch und Schnee haben Winterreifen den nötigen Grip, da sie bei Kälte weich bleiben und tiefere Profilrillen besitzen als Sommerreifen. Allerdings haben Winterreifen auf trockener Fahrbahn ganz klar das Nachsehen, was das Bremsverhalten betrifft. Außerdem haben sie bei warmen Temperaturen einen höheren Verschleiß durch das weichere Gummi.

Zudem müssen Autofahrer, die nicht mit den richtigen Reifen unterwegs sind, mit Geldbußen rechnen. Diese Fahrer riskieren ihren Versicherungsschutz. Bei einem Unfall könnte die Versicherung auf Grund von grob fahrlässigem Verhalten einen Teil der Leistungen verweigern.

Sollten Sie wegen der falschen Bereifung den Verkehr behindern, droht eine Geldbuße in Höhe von etwa 100 Euro und einen Punkt in Flensburg. Natürlich müssen Reifen generell bei zu starker Abnutzung gewechselt werden.

 

Gesetzlich vorgeschriebene Profiltiefe bei Winterreifen

 

Die Profiltiefe bei Winterreifen ist gesetzlich vorgeschrieben. Sie muss am ganzen Umfang mindestens 1,6 mm vorweisen. Jedoch weist der ADAC darauf hin, dass Reifen schon bei einer Profiltiefe von 4 mm anfangen, ihre Wintereigenschaften langsam aber stetig zu verlieren. Die Gesetze in Österreich sind hier zum Beispiel wesentlich strenger – die Profiltiefe muss dort mindestens 4 mm betragen.

Experten raten, die Reifen stets vor Erreichen der Mindestprofiltiefe zu wechseln und kein Risiko einzugehen. Je geringer die Profiltiefe des Reifens auf verschneiter Straße, umso mehr geht die „Schnee auf Schnee-Reibung“, sprich die Haftung, verloren. Sie sollten daher im Sommer und vor allem im Winter ihre Profiltiefe regelmäßig überprüfen. Hierzu empfiehlt es sich, stets an mehreren Stellen zu prüfen. Denn im Falle einer Kontrolle zählt die am stärksten abgefahrene Stelle.

 

Wie ein Reifen richtig gewechselt wird

 

Nicht nur zum Jahreswechsel muss ein Reifen ausgetauscht werden – oft genug passiert einfach nur eine Panne oder es ist notwendig, einen neuen Satz Reifen zu montieren. Dann ist es Zeit für den Wagenheber. Als erstes muss jedoch ein fester und gerader Untergrund gewährleistet sein, auf dem das Auto steht. Nun kann die Handbremse angezogen und die Radmuttern etwas gelockert werden – dabei immer die Muttern diagonal zueinander lockern oder auch anziehen.

Jetzt muss der Wagenheber an die dafür vorgesehene Stelle angebracht und das Fahrzeug angehoben werden. Wenn der auszuwechselnde Reifen sich in der Luft befindet, können die Radmuttern komplett gelöst werden – ebenfalls diagonal. Am besten wird eine der oberen Schrauben bis zum Ende im Gewinde gelassen, damit der Reifen besser abgenommen werden kann und nicht direkt herunterfällt.

Sowie der neue Reifen angebracht ist, ist es dringend erforderlich darauf zu achten, dass die Radmuttern mit einem dafür vorgesehenen Drehmomentschlüssel angezogen werden. Sonst ist schnell ein Gewinde zerstört – und das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch richtig teuer.

Nach einiger Fahrzeit müssen die Muttern noch einmal nachgezogen werden. Und natürlich macht sich vor der ersten Fahrt eine Überprüfung des Reifendrucks erforderlich. Dann kann im Grunde nichts mehr schiefgehen. Die Werkstatt ist auch immer eine Option, um die Reifen wechseln zu lassen.

 

So funktionieren Allwetter-Reifen

 

Ganzjahres- oder auch Allwetterreifen eignen sich ganz besonders für Länder mit geringen Temperaturunterschieden. Sie sind ein Kompromiss zwischen Sommer- und Winterreifen. Im Profil vereinen sie die benötigten Längsrillen und die Verzangungen, die bei unterschiedlichen Wetterlagen benötigt werden.

Die Kosten für einen zweiten Reifensatz könnten somit zwar gespart werden – jedoch müssen sie häufiger ausgetauscht werden, weil sie sich schneller abnutzen. Zudem werden Sommer- und Winterreifen nur ungefähr halbjährig gefahren und haben so einen geringeren Verschleiß.

Laut ADAC und auch durch Bewertungen einiger Käufer können Allwetterreifen von den Fahreigenschaften her nicht mit Sommer- oder Winterreifen mithalten und sind eher etwas für Wenig-Fahrer. Andere hingegen sind überzeugt von ihrem Nutzen und freuen sich über die Zeitersparnis. Daher sollten Sie sich eventuell selbst überzeugen. Auf Allwetter-Reifen befindet sich ebenfalls das Symbol M+S. Sie sind laut Winterreifenpflicht ebenfalls zugelassen.